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Wie behandelt man eine AMD?



Die Entwicklung zur Makuladegeneration (AMD) hängt von vielen Faktoren ab

- Erbanlagen: („Was Du ererbt von Deinen Ahnen..“). Neben der, durch die Gene festgelegten, Lebensdauer der Sehzellen spielen auch innere Risikofaktoren, wie Diabetes, Cholesterin und erhöhter Blutdruck eine Rolle.

- Licht: Hautveränderungen durch zu viel Licht sind bekannt. Auch die Sehzellen verändern ihren Stoffwechsel bei zu intensiver Lichtbestrahlung. Als besonders eingreifend gilt der Blaubereich.

- Schutzfunktion : Es gibt zwei Substanzen, die sich im Sehzentrum anreichern, das Lutein und Zeaxanthien. Diese beiden Stoffe wirken wie eine innere Sonnenbrille und schützen unsere Sehzellen vor den Auswirkungen des Lichts.

- Lebensweise Hilfreich ist eine ausgeglichene Ernährung in mediterraner Weise (Gemüse,Fisch), reichlich Flüssigkeit

- Risikofaktoren: Wenn man schon einen Diabetes hat, einen hohen Blutdruck, oder ein zu hohes Cholesterin, dann muss man therapieren. Nur so kann der, durch diese Risikofaktoren programmierte Schaden möglichst klein gehalten werden.

Das Erscheinungsbild einer Makuladegeneration ist vielfältig

Beim Sehvorgang in der Netzhaut entstehen sog. Schlackenstoffe, die abtransportiert werden müssen. Deren Anreicherung ist das eigentliche Problem.

Die Makuladegeneration erscheint aber nicht über Nacht. Es gibt Frühformen, die uns warnen. Wenn der Patient noch lange nichts bemerkt, sehen die Augenärzte schon erste Anzeichen. Es handelt sich um kleine Ablagerungen in der Netzhaut, die größer werden, sich flächig ausdehnen und anfangen die Sehschärfe zu verschlechtern.

Wenn dann Blutgefäße undicht werden, kommt es zu einem verzerrten Sehen, d.h. Linien sind nicht mehr gerade und das Sehen wird rapide deutlich schlechter.

Die rechtzeitige Diagnostik führt zu einer frühzeitigen Therapie

Erste Anzeichen sieht der Augenarzt bei der Netzhautspiegelung. Das genaue Ausmaß und den Grad der Gefährdung zeigt uns ein Spezialfoto, die Autofluoreszenz (Nachweis der Schlackenstoffe) und das OCT (Optische Kohaerenz Tomographie).

Den Übergang in die feuchte Form der AMD weisen wir mit der Fluoreszenzangiographie nach und ebenfalls mit dem OCT.

Der Patient bemerkt als Frühzeichen, dass gerade Linien, wie z.B. Fliesenfugen, plötzlich Verbiegungen aufweisen.

Je eher diese Ablagerungen in der Netz- und Aderhaut erkannt werden, desto besser lässt sich der Verlauf beeinflussen.

Die Therapie besteht in vielen Einzelschritten

Unsere Gene können wir nicht beeinflussen, aber die daraus entstehenden Risikofaktoren.

Der Blutdruck muss gut eingestellt werden, ebenso der Diabetes und die Blutfette. Unsere Lebensweise sollte aus gesunder Ernährung und der Vermeidung von Schadstoffen, wie dem Nikotin, bestehen. Durch die Ernährung mit z.B. gelben oder roten Paprika, Mais, Karotten, Blattspinat und Grünkohl nehmen wir Schutzsubstanzen auf. Es gibt besondere Nahrungsergänzungsmedikamente [1] , die neben weiteren Vitaminen und Spurenelementen das wichtige Lutein und Zeaxanthien enthalten.

Wenn die Ernährung nicht mehr vielseitig genug ist, sollte man zu Nahrungsergänzungsmedikamenten greifen, zumal Menschen im höheren Lebensalter diese Substanzen nicht mehr ausreichend aus der Nahrung resorbieren.

Von der Theorie her gibt es sogenannte Radikale im Körper. Dies sind chemisch sehr aktive Substanzen, die dem Körper schaden. Bestimmte Nahrungsmittel neutralisieren diese Radikale. Nur als Beispiel: Ein Glas Rotwein schützt genauso gut, wie zwei Glas Tee (Grün oder schwarz – keine Kräuter), oder zehn Glas Weißwein.

Hat sich aber eine feuchte Makuladegeneration gebildet, kommt die medikamentöse Therapie zum Zug. Etabliert haben sich die Injektionen in den sog. Glaskörper. Durch die somit eingeführten Substanzen (Avastin, Lucentis, Eye-trap) bilden sich die undichten Blutgefäße zurück und die Leckstellen, Ödeme und Blutungen verschwinden. Wenn noch restliche Veränderungen vorhanden sind, dann kann diese Behandlung durchaus noch über Jahre weiter geführt werden.

Die Lasertherapie hat an Bedeutung verloren, ist bei gewissen Formen der Erkrankung aber noch angebracht.

Wie geht es weiter?

Die Injektionen in den Glaskörper sind ein Meilenstein in der Therapie. Wir sind in der Lage, die schlimmen Formen der Makuladegeneration, bei rechtzeitiger Therapie, zu vermeiden und damit auch die Erblindung. Patienten mit einer Makuladegeneration müssen in einem Kontrollprogramm regelmäßig überwacht werden. Denn immer dann, wen ein neuer Schub der Erkrankung kommt, muss kurzfristig behandelt werden. Erfreulich ist hier auch die Übereinstimmung mit den meisten gesetzlichen Krankenkassen.

Zusammenfassung

Die moderne Medizin bietet eine umfassende Früherkennung mittels Autofluoreszenzfoto, OCT und Angiographie. Eine frühzeitig erkannte AMD kann somit rechtzeitig therapiert werden. Bei schwierigen Fällen muss die Therapie über einen langen Zeitraum, manchmal über Jahre, fortgeführt werden.

Wir werden älter und neue Erkrankungen entstehen. Aber wir registrieren: Hilfe ist möglich!



[1] (Areds-Studie)